"Jenseits der Silbernen See, umgeben von dreizehn grünen Bergen,
liegt das wundersame Königreich des Prinzen der Dämmerung..."

[Rezension] Alex Thomas - Lux Domini


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Autor:                          Alex Thomas

Verlag:                         Blanvalet Verlag

Erschienen:                   April 2011

Preis:                           14,99 €

Seiten:                          448

ISBN-13:                        978-3764503697

Fortsetzung:                  Engelspakt (im Juli 2012 erschienen)

Ueber den Autor:

 

Alex Thomas "Lux Domini" - © Angelika Klein / Bildschön

Alex Thomas ist das Pseudonym eines im Westen Londons lebenden Autorenehepaares. Sie arbeitet seit über zwei Jahrzehnten im Buch- und Medienbetrieb. Er arbeitete viele Jahre als Wissenschaftler an einem führenden Forschungszentrum. Nun forscht und lehrt er an einer britischen Universität.

Autorenseite 

 

 

 Inhalt:


Ohne Verrat keine Kreuzigung - Ohne Kreuzigung keine Auferstehung - Ohne Auferstehung keine Erlösung ...

Während Catherine Bell, eine rebellische Ordensfrau, in Rom einem Disziplinarverfahren entgegensieht, kommt ihr Mentor, Pater Darius, bei einem mysteriösen Unfall ums Leben.
Kurz darauf nimmt sich der einflussreiche Kardinal Benelli das Leben.
Doch zuvor enthüllt er Catherine, dass nur sie mit ihrer außergewöhnlichen Gabe
den Papst retten kann.
Verwirrt wendet sie sich an ihren Jugendfreund Ben Hawlett,
der als vatikanischer Agent arbeitet und ihr rät, sich ausgerechnet ihrem Erzfeind Kardinal Ciban, dem Chef der Glaubenskongregation, anzuvertrauen.
Um das geistige Oberhaupt der katholischen Kirche beschützen zu können,
wird Catherine in den päpstlichen Privathaushalt eingeschleust.
Dort entdeckt sie ein unfassbares Geheimnis um den Papst und die kürzlich verstorbenen Geistlichen. Doch was hat Kardinal Ciban damit zu tun?
Und was hat es mit dem mysteriösen Evangelium des Judas auf sich?



Cover:

Ja das Cover ist zugegeben etwas "creeepy", denn irgendwie hat mich das Auge
die ganze Zeit verfolgt.
Auch sagt der lateinische Titel dem Leser bereits, dass man einen "kirchlich angehauchten"
Roman erwarten darf, genaugenommen einen Thriller.
Was allerdings noch sofort ins Auge sticht, ist das Ankh im Namen der Autoren.
Fuer Menschen, wie mich, die sich gerne mit Religion, Mythen und Maerchen
auseinander setzen, definitiv ein gefundenes Fressen.




Zum Buch:

Catherine Bell ist eine Mittzwanzigerin, huebsch anzusehen, mental begabt
und liegt etwas im Clinch mit den Oberhaeuptern der katholischen Kirche.
Nicht weil sie nicht glaeubig waere, sondern weil sie hinterfragt
und Gottes Worte anders auslegt, als ihre erzkatholischen Kollegen.
Diese moechten ihr den Prozess machen, nicht zuletzt auch aus dem Grund,
weil sie in ihren Buechern, die Welt teil haben laesst an ihren Theorien.
Allen voran der durchsetzungsfaehige Kardinal Ciban sieht in Catherine einen Stoerenfried,
den es "mundtot" zu machen gilt.

Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Bereits waehrend des Verfahrens gegen Catherine kommt deren Mentor
durch ungeklaerte Umstaende ums Leben.
Als sich kurz darauf auch der renommierte Kardinal Benelli,
auf einer, von ihm organisierten Feier,das Leben nimmt,
stuerzt er Catherine in ein absolutes Chaos.
Aber nicht nur sie.
Auch Kardinal Ciban, der nebenbei der Sicherheitschef des Papstes ist, wird wachgeruettelt.
Zusammen mit Ben Hawlett, einem Jugendfreund von Catherine, der Kardinal Ciban untersteht,
nimmt die junge Frau ihre Ermittlungen auf und stoesst dabei auf ein Geheimnis, dass den amtierenden Papst umgibt und in dem sie und ihre Kraefte eine grosse Rolle spielen.
Denn nur sie kann den Papst beschuetzen und wird deshalb in den paepstlichen Haushalt eingeschleust.
Jedoch je naeher sie der Aufklaerung der Dinge kommt,
desto mehr geraet sie in die Schusslinie.
Dem Falschem zu vertrauen, koennte nicht nur fuer sie das Todesurteil bedeuten.



Kritik:

Charaktere:

Catherine wird einem als intelligente junge Frau nahe gebracht, die gelernt hat,
mit ihren Faehigkeiten umzugehen.
Sie kann die Auren und auch die boesen Gedanken anderer Personen sehen.
Als Kind konnte sie so Ben Hawlett vor dem Tode bewahren.
Auch viele Jahre danach ist sie mit Ben gut befreundet, weiss wie sie sich gegen die Auren anderer Personen abschirmt um nicht in deren Privatsphaere einzudringen und schreibt an einem weiteren Buch, dass die Theorien der katholischen Kirche auf den Kopf stellen koennte.
Leider muss ich sagen, bin ich mit Catherine nicht immer warm geworden.
Das liegt nicht an der Geschichte, sondern eher an der Tatsache, dass man von ihrer Faehigkeit nicht allzuviel mitbekommt und Catherine immerwieder etwas unnahbar wirkt,
auch wenn viel von ihrer starken Fassade zum Schluss hin broeckelt.

Kardinal Ciban hingegen fand ich von Anfang an spannend.
Er wirkt kalt, emotionslos und man weiss nicht was in ihm vorgeht.
Aber im Laufe der Geschichte, lassen einen die Autoren einen selbstdenkenden, starken Menschen sehen, der sich um andere sorgt und kuemmert.
Auch erfaehrt man, dass auch Ciban geheimnisvolle Faehigkeiten hat.
Zu schade nur, dass man nicht weiss, welche.

Der eigentliche Verlierer der Geschichte ist fuer mich Ben Hawlett.
Heimlich in Catherine verliebt, seit sie ihn als Kind vor einem grausamen Tod gerettet hat,
untersteht er Ciban und kriegt irgendwie immer wieder eins drauf.
Catherine sieht in ihm nur einen wichtigen Freund und Ciban laesst ihn nur Dinge wissen,
mit denen er nicht viel anfangen kann.
Ich hab ihn irgendwie als riesen Pechvogel wahr genommen und irgendwie auch als Nervensaege.

Viel lieber haette ich erfahren in welche Richtung die beginnende Schwaermerei Catherines fuer den resoluten Kardinal fuehren koennte, aber vielleicht bringt da die Fortsetzung eine Erklaerung.


Allgemein:

Ich bin, wie bereits erwaehnt ein grosser Fan von Religion, Mythen, Maerchen und Aehnlichem
und genau aus dem Grund fuehlte ich mich auch sofort angesprochen von dem Buch.
Bereits die Buecher von Dan Brown habe ich verschlungen.
Lux Domini steht ihnen in nichts nach.
Ich fand es schoen immer wieder aus verschiedenen Perspektiven Bruchstuecke zu der Geschichte zu erhalten.
So war es moeglich alle Charaktere, sogar die vermeidlichen "Boesen",
aufrichtig kennen zu lernen.
Es erinnerte mich immer an einen Film, bei dem man ja auch immer schon sieht, was die Boesen planen und so hoffen kann, dass die Guten es noch vereiteln koennen.
Auch fand ich sehr gut, dass in dem Buch sowohl ein Lageplan dem Leser immer wieder Aufschluss gibt, wo genau sich was befindet und dass ein beigefuegtes Glossar auch denen Auskunft ueber bestimmte religioese Begriffe erteilt, die nicht mit der katholischen Religion gross geworden sind.

Die Story ist stimmig und der Erzaehlstil fluessig und schoen zu lesen.
Und auch das Ende stimmt den Leser freudig, auch wenn es etwas vorhersehbar scheint,
woran aber wie gesagt vor allem die wechselnde Erzaehlsicht Schuld traegt.

Was ich allerdings wirklich schlimm fand, ist die Sache mit den Faehigkeiten.
Man erwartet ja bei spirituellen Menschen auch mentale Begabungen, aber irgendwie wirken Catherines Faehigkeiten fast nutzlos, eben darum weil sie sie so gut wie nie einsetzt, was ich irgendwie komisch fand.
Privatsphaere hin oder her, wenn ich eine Gefahr spuere oder mir bei jmd nicht sicher bin,
dann wuerde ich meine Kraefte einsetzen, wenn sie mir hilfreich sein koennten.

Bleibt abzuwarten, ob in der Fortsetzung mehr davon zu lesen ist.
Ich wurde definitiv neugierig gemacht, auch wenn in dem Fall Kardinal Ciban
der ausschlaggebende Faktor dafuer war.


Fazit:

Spannender, fantasyangehauchter Thriller, der Lust macht,
mehr ueber die Charaktere zu erfahren und so gut recherchiert ist,
dass es Spass bringt mehr ueber die Kirche und ihre Geheimnisse zu lernen.



Ein grosser Dank geht an den Blanvalet Verlag fuer die Breitstellung
dieses wunderbaren Rezensionsexemplars!

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