"Jenseits der Silbernen See, umgeben von dreizehn grünen Bergen,
liegt das wundersame Königreich des Prinzen der Dämmerung..."

[Rezensions-Double] Ursula Poznanski: Die Verratenen vs Die Verschworenen


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Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe Verlag
Seiten: 460 / 464
Preis: 18,95 EUR
ISBN: 978-3785575468 / 978-3785575475
Teile einer Reihe: Teil 1 / Teil 2 von 3
Bewertung:



Was würdest du tun, wenn du binnen weniger Minuten vom gehypten Liebling der Regierung, zum Staatsfeind No.1 avanchierst und du nicht einmal weisst, was dir vorgeworfen wird?

Ria ist aus in einer nicht allzuweit entfernten Zukunft, in der ein grosser Teil der Menschheit in sogenannten Sphären, riesigen Glaskuppeln lebt.
Ausserhalb der Kuppeln ist es so kalt, dass man in kürzester Zeit zugrunde gehen oder von einem der wilden Stämme, Prims genannt, qualvoll getötet werden würde.
Die Regierung regelt alles ganz genau und auch der 'Nachwuchs' wird bereits frühzeitig in Augenschein genommen und an Akademien ihren Gaben entsprechend unterstützt.
Jedoch sind die meisten Schüler InVitros, im Reagenzglas entstandene Menschen, die ohne Eltern aufgezogen und gefördert werden.
Ria ist eine davon: Hochbegabt in der Konversation, geschickt darin Konflikte zu lösen und auf der Rangliste der Akademie sehr weit oben.
Ihr Freund Aureljo ist an der Spitze der Rangliste und wird bereits als möglicher Präsidentschaftsnachfolger gehandelt, wenn er sich weiter so entwickelt.
Alles verläuft in geordneten Bahnen, bis Ria eines Tages Zeuge eines Gesprächs wird, dass ihre Welt aus den Angeln hebt.
Der Bund der Sphären wird bedroht und die Verräter sind Schüler der Akademie, die schnellstmöglich aus der Sphäre entfernt und beseitigt werden müssen.
Dass es sich bei den Verrätern um Ria, ihren Freund Aureljo und 4 weitere Mitstudenten handeln soll, zieht Ria den Boden unter den Füssen weg, denn sie ist sich absolut keiner Schuld bewusst.
Allerdings ist ihr eines schnell klar: die Regierung wird sie töten und es bleibt nur eine Wahl - die Flucht! Diese gelingt Ihnen mit viel Mühen, auf einer 'Reise', auf der sie eliminiert werden sollen.
Doch wohin nun? 
Und was sollen sie jetzt tun? 
Wie können sie bloß überleben, ohne je ausserhalb der Sphären gewesen zu sein?
Als sie obendrein in die Hände eines Primstammes geraten, glaubt Ria an ihr Ende, denn Prims töten Bewohner der Sphären - oder etwa nicht?


Achtung Spoiler ab hier nur weiterlesen wenn Teil 1 bekannt!


Ria und ihre Freunde haben das Geschehene immer noch nicht verdaut.
Flemmings Verrat und sein plötzlicher Tod wiegen schwer.
In der Stadt unterhalb der Oberfläche werden sie von Sandor und Quirin vor dem restlichen Dornenclan und den Sentinel versteckt.
Das fehlende Sonnenlicht und das Gefühl nicht voran zu kommen, belasten Ria sehr.
Sie versucht sich mit der Suche nach Jordans Chronik abzulenken und wird auch fündig, auch wenn die gefundenen Seiten nur wenig Sinn zu ergeben scheinen.
Aureljo und Dantorian bereiten derweil ihre Rückkehr in eine Sphäre vor, da sie immer noch im Unklaren sind, was ihnen überhaupt vorgeworfen wird.
Ria hält nichts von dieser Idee, da sie gefährlich und höchstwahrscheinlich sinnlos ist.
Sie hat sich an die Welt ausserhalb gewöhnt und ihre geheimen Ausflüge an die Oberfläche mit Sandors Hilfe bestärken sie in dem Gefühl, dass es das Beste ist, ein neues Leben hier zu beginnen.
Auch dass sich zwischen ihr und dem zukünftigen Clanfürsten etwas entwickelt, trägt dazu bei, dass Ria glaubt, endlich angekommen zu sein.
Doch als der alte Fürst stirbt und Sandor sein Nachfolger wird, ändert sich auf einen Schlag alles und Ria ist gezwungen, sich mit Aureljo und Dantorian in die Sphäre Wien 2 zu schleichen, um mehr über ihr 'Vergehen' heraus zu finden.
Doch die Gefahren die sie dort erwarten sind allgegenwärtig, denn nur ein Fehler könnte ihren Tod bedeuten.

Zu den Büchern:


Die Idee, die diesen Büchern zugrunde liegt, konnte mich sofort fesseln.
Ja Dystopien und Endzeitromane sind momentan auf dem Vormarsch, aber von Frau Poznanski erwartete ich etwas Spezielles, immerhin konnten mich ihre Bücher bisher alle restlos begeistern.


Nach einem schweren Einstieg, den ich vor allem den vielen neuen Begriffen zuschreiben möchte, hatte mich Ria schnell für sich eingenommen.
Sie ist klug, hinterfragt Geschehnisse und Personen, geht taktisch und besonnen vor und weiss ihre Gefühle nach aussen hin abzuschotten.

Ich war genauso wie sie vor den Kopf geschlagen, was sie verbrochen haben sollte und hoffte sie würde schnell eine Lösung aus dieser Miserie finden.
Die Flucht war unausweglich die einzige Chance für ihre Gruppe und dass sie gerade in die Hände eines Primclans fallen mussten, hatte ich bereits fast erahnt.
Und auch hier war mir Ria weiterhin sympathisch, denn statt sich selbst zu bemitleiden, wie ihre Freundin Tomma es tut, versucht sie sich der Situation anzupassen und die Wesenszüge und Handlungen der Clanleute zu durchschauen und ihre Fähigkeiten, Menschen mit Worten zu lenken, einzusetzen.

Auch Tycho, anders als Ria ein natürlich auf die Welt gekommener Junge, konnte mich schnell von sich überzeugen. Er ist clever, technisch begabt und versucht in jeder Situation sein Bestes zu geben.

Aureljo, seines Zeichens Bester der Akademie, liess mich allerdings absolut kalt. Er wirkt unnahbar, selbstgerecht, überheblich und vor allen Dingen absolut blass neben Ria, die eigentlich die Anführerin der Gruppe ist.

Das Gleiche gilt für die 3 anderen Mitstudenten Tomma, Dantorian und Flemming, die ausser zu nerven, wie in Tommas Fall, absolut keinerlei Persönlichkeit und Verkörperung rüber bringen konnten.

Und da war ich bereits am Ende des ersten Teils angelangt und zugegeben etwas enttäuscht, dass es keinerlei grosse Aufdeckung im Stil von Frau Poznanski gab, aber ich legte meine Hoffnung auf den zweiten Band.


Mit Ria war ich sofort wieder warm und auch wenn Frau Poznanski einen langsamen Start für diese Fortsetzung vorgezogen hatte, so konnte ich viel über die Entstehung der Sphären, die unterschiedlichen Clans und vor allem über Sandor lernen.
Auch Rias Entdeckung von Jordans Chronik verhiess viel Aufklärung, wenn auch in Form von einzelnen Puzzelstücken, die ich nur mühsam zusammen setzen konnte.
Fahrt gewann das Ganze durch die Auslöser, die Ria dazu zwingen, ebenfalls in die Sphärenwelt zurück zu kehren.
Dort angekommen konnte ich die Kehrseite der Medaille kennenlernen - das Leben der normalen Menschen ohne jegliche 'Gaben'.
Diese müssen hart und unnachgiebig schuften und das öffnet Ria die Augen, wie sorglos sie früher alles für ganz selbstverständlich genommen hat.

Ria selbst durchläuft in dieser Fortsetzung einem Wandel, was mir unheimlich gut gefallen hat, da sie anfängt sich wie die Anführerin der Gruppe zu verhalten und sich nach und nach mehr von Aureljo abkapselt, der mir immer unsympathischer wird.
Auch das Vertrauen in ihre Fähigkeiten kehrt zurück und ich konnte spüren, dass sie für mehr bestimmt zu sein scheint.

Die Zeit in der Sphäre rann dahin und ich hoffte und bangte, dass die Ausgestossenen doch etwas herausfinden würden und ja nicht entdeckt werden.
Als ich bereits glaubte auch hier wieder ohne eine Erklärung das Ende des Buches vorzufinden, wurde ich absolut überrascht.

Mit einem Paukenschlag, lässt Frau Poznanski plötzlich die Katze aus dem Sack und ich konnte nur noch mit offenem Mund dieser Auflösung folgen.
Geschickt nimmt sie alle bisher wirr erscheinenden Puzzlestückchen und setzt sie zu einem Bild zusammen, das ich mir nicht mal in meinen kühnsten Träumen vorstellen hätte können.
Und sie schafft damit Begeisterung wie ich sie lange nicht erleben konnte.


Abschliessend bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich mit absoluter Vorfreude den Abschluss der Trilogie erwarte und schon jetzt weiss, dass dieser Knaller schwer zu übertreffen sein wird. Aber Frau Poznanski ist ja immer für eine Überraschung gut.


Fazit:


Frau Poznanski entführt mit der Eliria-Trilogie in eine fremde und gleichzeitig vertraute Welt,
in der Verrat & Vertrauen genauso nah beisammen liegen, 
wie Leben & Tod und in der nur eines wirklich zählt - die Wahrheit!
Freunde von Irrungen und Wirrungen, komplexen Welten, überraschenden Wendungen und fulminanten Auflösungen werden bei den ersten beiden Bänden dieser Trilogie absolut auf ihre Kosten kommen und genau wie ich Frau Poznanski absolut verfallen.


Teil 1: 4/5 Wunderbare Unterhaltung
Teil 2:  5/5 Absoluter Lesespass mit einem Schuss Genialität


Kommentare:

  1. Na danke... Ich hadere echt schon lange mit mir bei den Büchern.
    Jetzt haben sie es endlich auf die WuLi geschafft und du bist Schuld!
    Pöses Sternchen! :D

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    1. Sie sind echt gut und sehen auch noch genial aus *_____*
      und die Ursula weiss genau was sie tut ;D

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  2. Huhu Shou,

    so ähnlich habe ich beim Lesen auch gefühlt. Super beschrieben :-) Und jetzt warten wir mal auf den großen Abschluss!

    Liebe Grüße

    Kay

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    1. Ja ich bin so gespannt was noch alles passieren wird

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  3. Hallo Nickylein <3
    ich fand ja beide Teile einfach nur toll, aber mit Aurelijo kann ich dir recht geben, ich mochte ihn auch gar nicht. Dennoch fand ich ihn zur Geschichte passend.
    Das Ende von Teil 2 haut bestimmt jeden um. xD
    Sehr gut beschreiben <3 Jetzt kannst du mit uns warten...hahahaha :D
    Liebe Grüße
    Becca

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    1. Ja jetzt muss ich mich in Geduld üben und mit euch warten...
      Schlimm sowas xD

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