"Jenseits der Silbernen See, umgeben von dreizehn grünen Bergen,
liegt das wundersame Königreich des Prinzen der Dämmerung..."

[Rezension] Bonnie-Sue Hitchcock - Der Geruch von Häusern anderer Leute



Kaufen??? H I E R !!!
Autor:                   Bonnie-Sue Hitchcock

Titel:                     Der Geruch von Häusern anderer Leute

Übersetzer:          Sonja Finck

Verlag:                 Königskinder Verlag

Seiten:                  320, Hardcover

Preis:                   17,99 EUR

ISBN-13:              978-3551560216

Bewertung:5/5




Manchmal muss man erst zu sich selbst finden, bevor man das Glück des Lebens sehen kann...

Alaska, Mitte der 70er Jahre.
Das Leben ist hart im 49. Bundesstaat von Amerika.
Der Grossteil der Bevölkerung ist arm und fühlt sich von den Amerikanern
von dem beraubt, was sie urspünglich ausgemacht hat.

Vor allem Ruth, die ihren Vater bei einem Flugzeugabsturz verloren hat, ist davon überzeugt, dass ihr Leben kein Scherbenhaufen wäre, hätte ihr Vater sich nicht dafür einsetzen müssen, dass Alaska ein Territorium bleibt.
Der Tod ihres Vaters hinterliess eine grosse Lücke bei ihr und nahm ihrer Mutter jeglichen Lebensmut, sodass Ruth und ihre kleine Schwester Lily zu ihrer Grossmutter ziehen mussten, die mehr schlecht als recht den beiden Mädchen das geben kann, was ihnen genommen wurde - Liebe.

Aber nicht nur Ruth muss auf ihre Familie verzichten.
Dora ist froh nicht mehr zuhause leben zu müssen, sondern bei den Nachbarn wohnen kann.
Doras Vater ist gewaltätig und mehr als einmal konnte jeder in der Nachbarschaft das lautstark hören. Hilfe von ihrer Mutter erwartet Dora keine mehr, denn wenn diese mal nüchtern ist, dann versucht sie diesen Zustand schnellmöglich zu ändern.

Ähnliche Probleme hat Hank.
Mit seinen beiden Brüdern wohnt er bei seiner Mutter und deren neuen Freund,
der für die Jungs die wahre Pest ist.
Nicht nur versucht er ihren Vater zu ersetzen, der vor ein paar Jahren nach einem Sturm auf hoher See nicht mehr heim gekommen ist, auch hat er ihre Mutter ganz in seinen Bann gezogen, so dass die Jungs nur noch eine Möglichkeit sehen - von daheim abzuhauen.

Alyce hingegen ist mit ihrem Leben überaus zufrieden.
Zwar haben sich ihre Eltern schon frühzeitig getrennt aber sie hat zu beiden Elternteilen ein gutes Verhältnis, auch wenn sie die meiste Zeit bei ihrer Mutter in Fairbanks verbringt.
Im Sommer hilft sie jedes Jahr auf dem Schiff ihres Vaters aus und das tut sie gerne.
Doch diesen Sommer ist doch auch das grosse Vortanzen für die Tanzschule auf die Alyce so gern gehen würde. Doch wie soll sie ihrem Vater nur davon erzählen ohne ihn im Stich zu lassen?

Zum Buch:

Lange habe ich überlegt, ob dieses Buch überhaupt etwas für mich ist.
Das Cover war die meiste Zeit schuld daran, mich davon abzuhalten,
das Buch genauer anzuschauen. Doch ich bin froh, dass ich es doch getan habe.
Schon mit dem Entfernen des Schutzumschlages, war mir das Buch plötzlich viel sympathischer.
Das liegt zum Einen an den schlichten Blumen darunter, vor allem aber, an dem tollen Zitat, welches mich sofort berührte.

"Da ist es, mein Herz. Es mag aus tausend Stücken zusammengeflickt und etwas mitgenommen sein, aber es schlägt. Eindeutig."

Ruth, aus deren Perspektive das Buch beginnt, nimmt den Leser mit an einen exotischen Ort.
Ihr Alaska, das dem europäischen Leser anfangs sehr fremd und unreal erscheinen wird, ist dabei sich entscheidend zu verändern und Ruth mag diese Veränderung, die es gerade für sie mit sich bringt, ganz und gar nicht.

Jeder der Charaktere, dem ich auf meinem Weg durch die Geschichte begegnete, hat sein eigenes Päckchen zu tragen und man merkt wie gedrückt die Grundstimmung der Bevölkerung Alaskas allgemein gewesen sein muss.

Armut, neue Gesetze und das Gefühl in den Rechten beschnitten worden zu sein, machen das Leben für alle Menschen zu einem täglichen Kampf und gerade den älteren Jugendlichen ist klar, dass es für sie in Zukunft nur noch schwerer wird.
Doch neben diesen düsteren Abschnitten, fand ich immer wieder Hoffung.
So sehr jeder auch an seinen eigenen Problemen zu knabbern hat, so sehr helfen sie sich gegenseitig.

Konnte ich mir anfangs nicht vorstellen, wie bestimmte Probleme jemals zu lösen wären, so lernte ich schnell , dass nur eines schlimmer ist als ein Rückschlag - aufzugeben.
Also fing ich an mitzuhoffen und ehe ich mich versah, hatte ich mein Herz bereits an die Charaktere verloren, allen voran Ruth.

Zusammen staunten wir nicht schlecht, wie schön jede einzelne Geschichte eines Charakters, egal ob einer der 4 Haupterzähler oder ein kleiner Nebencharakter miteinander verwoben war.
Uns Beiden wurde klar, dass im Leben das grosse Ganze zählt und jeder seinen Teil dazu beitragen kann, anderen Menschen und sich selber zum Glück zu verhelfen.

Abschliessend muss ich sagen, die Autorin, die selber in Alaska lebt und jahrelang auf einem Boot mit ihrer Familie gearbeitet hat, erzählt mit einer solchen Liebe zum Detail und Authentizität, dass man fast glauben kann, sie selbst hätte all diese Dinge erlebt.
Gerade deswegen, fiel es mir auch so leicht selber Teil der Geschichte zu werden.

Das viel zu frühe Ende liess mich dann mit einem grossen Grinsen im Gesicht
und einem Seufzen zurück.

Alaska mag vielleicht einer der kältesten Orte der Welt sein, 
doch seine Bevölkerung hat sich die Wärme bewahrt - in ihren Herzen.


Fazit:


Mit ihrem Erstling 'Der Geruch von Häusern anderer Leute' gelingt der Autorin Bonnie-Sue Hitchcock, eine wunderbar mitreissende, wärmende Geschichte über das Leben, Freundschaften und den Wert von Glück, die den Leser auf einen abenteuerlichen Roadtrip nach Alaska mitnimmt. Der bildhafte Schreibstil, die sympathischen Charaktere mit Tiefgang und das ungewöhnliche Setting, machen diese Geschichte zu einer, die jedem zu Herzen geht, der sich in ihr verliert.

Absolute Leseempfehlung!

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